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Allgemeines
Schlangen gehören wie Echsen in der Ordnung der Squamata (eigentliche Schuppenkriechtiere) zur Klasse der Reptilia (Kriechtiere). Sie bilden dort die Unterordnung der Serpentes (Schlangen). Schlangen könnte man als beinlose Reptilien beschreiben. Die primitiven Schlangen (Riesen- und Würgeschlangen) zeigen noch rudimentäre Überbleibsel von Hintergliedmaßen. Des Weiteren unterscheidet man in echte Nattern (aglyphe Nattern), die als harmlos gelten, obwohl bei einigen Vertretern der Speichel eine leichte Giftwirkung haben kann. Nachweislich giftig sind die Trugnattern (opistoglyphe Nattern), See- und Giftschlangen (proteroglyphe Nattern), Vipern und Grupenottern (solenoglyphe Schlangen).
Haltung im Terrarium
! Schlangen sind Wildtiere !
Für die Haltung im Terrarium eignen sich am ehesten kleinbleibende Riesen-/Würgeschlangen (unter 2 m) der Familie der Boidae wie z.B. der Königspython, Nattern wie z.B. die Kornnatter, Königsnattern oder Wassernattern wie z.B. Strumpfbandnattern. Für die Haltung von Riesenschlangen gilt, dass man für jeden Meter Schlange eine Person für das „Handling“ des Tieres benötigt. Für Riesenschlangen und Giftschlangen werden spezielle Terrarienkonstruktionen, die groß genug sind bzw. über entsprechende Sicherungen verfügen, benötigt. Das Inuverse-Team rät daher generell von der Haltung von Riesenschlangen und besonders von Giftschlangen ab. Sie sollten Experten vorbehalten bleiben, die sich sowohl über die Gefahren bewusst sind, die der Umgang mit den Tieren mit sich bringt, als auch sicherstellen können, die Tiere artgerecht zu versorgen. Grundsätzlich sollte bei der Haltung von Schlangen bedacht werden, dass Schlangen nicht domestiziert sind und es sich um Wildtiere handelt, die zwar in der Regel in menschlicher Obhut gezüchtet wurden, aber weder Ansprache verlangen noch gestreichelt werden wollen. Viele Schlangen beißen, wenn sie sich bedroht fühlen oder wenn sie sich in der Fortpflanzungsphase befinden oder wenn sie sehr hungrig sind. Es bedarf oft einer speziellen Gewöhnung der Tiere an die Hand, dennoch bleiben Schlangen unberechenbare Wildtiere. Wer schreckhaft ist, oder große Angst davor hat, gebissen werden zu können, der sollte auf Schlangen als Heimtiere verzichten. Alle anderen, die bereit sind, Schlangen als das zu akzeptieren, was sie sind, wilde Tiere in menschlicher Obhut, wird äußerst interessante Beobachtungen machen können.
Die Größe des Terrariums richtet sich nach der Aktivität und Größe der Schlange sowie der Strukturierung des Terrariums. Ein kleineres gut strukturiertes Terrarium kann z.B. die Bedürfnisse einer Schlange besser befriedigen als ein großes, schlecht strukturiertes.
Schlangen sind in der Regel bis auf die Paarungszeit Einzelgänger. Bei einem gut strukturierten ausreichend großem Terrarium kann auch mehr als eine Schlange (der selben Art !!!) gehalten werden. Königsnattern und andere kannibalistische Schlangen sollten jedoch immer getrennt gehalten werden. Der Halter muss seine Tiere bei Gemeinschaftshaltung gut beobachten, da durch Konkurrenzverhalten oder „Sex-Stress“ gesundheitliche Probleme oder Kämpfe auftreten können, die ein Trennen der Tiere notwendig machen. Besonders während der Fütterung sollten auch ansonsten friedliche „Zellengenossen“ separiert werden. Es ist schon vorgekommen, dass zwei Schlangen ein Beutetier zu verschlingen versuchen. Die Kombination von kleinen und großen Exemplaren ist auch nicht empfehlenswert, da manchmal sehr kleine Schlangen von ihren Artgenossen als Beute angesehen werden oder auch zerquetscht werden können.
Schlangen kommen in den unterschiedlichsten Biotopen vor. Schlangen sind zwar wechselwarme Tiere und damit maßgeblich von der Temperatur ihrer Umgebung abhängig, doch kommen sie sowohl in extrem heißen Gebieten als auch kalten Regionen vor. Bei der Haltung in Gefangenschaft ist es daher notwendig, das Klima der Heimat seines Pfleglings zu kennen und es im Terrarium zu imitieren. Um in kalten Regionen während des Winters nicht zu erfrieren, halten die dort lebenden Schlangen einen Winterschlaf. Damit die Tiere im Terrarium gesund und fortpflanzungsfähig/-willig bleiben, muss auch hier alles Notwendige veranlasst werden, um die Schlange zu einer Winterruhe zu verhelfen. Warme Temperaturen werden mit Hilfe von Strahlern oder Heizmatten simuliert. Je nach Biotop benötigt eine Schlange einen entsprechend großes Trink- und Badegefäß und ggf. zusätzlich zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit das Sprühen im Terrarium mit einem Vernebler oder einer Blumenspritze.
Futter
Die Futteraufnahme erfolgt zu meist entweder durch Verschlingen (Insekten, Spinnentiere, Regenwürmer, Amphibien, Echsen, Fische oder andere Schlangen z.B. im Falle der rauen Grasnatter, verschiedener Königsnattern oder der Strumpfbandnatter), Erwürgen (Säuger z.B. im Falle der Kornnatter, des Königspython oder der Boa constrictor) oder Vergiften (Amphibien, Echsen, Fische, Säuger, andere Schlangen z.B. im Falle der Puffotter) von lebenden Beutetieren oder auch in Ausnahmen Aas.
Bei der Haltung von Schlangen ist daher zu berücksichtigen, dass in den meisten Fällen die Fütterung von lebenden Tieren notwendig ist. Nicht jeder ist in der Lage ohne Gewissensbisse, ein anderes Tier „zum Tode zu verurteilen“ und es zur Schlange zu setzen. Der Tod durch Erdrosseln, Vergiften oder Verschlingen ist zu dem für das Beutetier durchaus mit Schmerzen verbunden. Es gibt jedoch auch Schlangenarten, die totes Futter annehmen. Dazu gehört z.B. die Kornnatter, die schon über viele Generationen im Terrarium gehalten wird. Wer lieber tote Tier füttern möchte, sollte dies bei der Auswahl seines Pfleglings berücksichtigen. Außerdem muss auch totes Futter besorgt werden können (Terraristikfachgeschäft, Versandhandel).
Das Inuverse-Team pflegt folgende Schlangenarten:
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